Knappes Rennen zwischen CDU und Grünen bei der Juniorwahl am RGG
Am Robert-Gerwig-Gymnasium wurde in der vergangenen Woche erneut die Juniorwahl durchgeführt. Wahlberechtigt waren alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis J2 – insgesamt 402 Jugendliche. Von ihnen gaben 358 ihre Stimme ab, was einer sehr hohen Wahlbeteiligung von rund 89 % entspricht. Fehlende Stimmen sind vor allem mit Krankmeldungen der Schülerinnen und Schüler am Tag der Wahl zu erklären.
Die Juniorwahl ist mehr als nur eine Simulation eines Wahltags. Über mehrere Wochen hinweg wurde die Wahl im Gemeinschaftskundeunterricht inhaltlich vorbereitet. Dabei setzten sich die Klassen intensiv mit den Wahlprogrammen der Parteien, den Kandidierenden und den Abläufen demokratischer Wahlen auseinander. Den Abschluss dieses Projekts bildete schließlich der Wahltag am Donnerstag, 5. März, an dem im Schulhaus eine besonders konzentrierte und feierliche Atmosphäre spürbar war. Ein herzlicher Dank gilt den Wahlhelferinnen und Wahlhelfern aus zwei Gemeinschaftskundekursen aus der J1, die Organisation und Durchführung der Wahl ermöglicht haben.
Besonders spannend fiel das Ergebnis der Zweitstimme aus. Hier entwickelte sich ein echter Wahlkrimi: Stärkste Kraft wurde die CDU mit 27,8 % (99 Stimmen), dicht gefolgt von den Grünen mit 27,2 % (97 Stimmen). Mit deutlichem Abstand folgten FDP mit 11,2 % (40 Stimmen), SPD mit 10,7 % (38 Stimmen) und Linke mit 10,4 % (37 Stimmen). Die AfD kam auf 5,1 % (18 Stimmen) und lag damit deutlich unter vielen bundesweiten Umfragewerten. Weitere Stimmen entfielen auf kleinere Parteien, die alle an der Fünfprozenthürde scheitern: Volt (6), BSW (5), Die Partei (4), Freie Wähler (3), Tierschutzpartei (3), die Basis (1), PDR (1), PdF (1) und Werte Union (1). Zudem gab es zwei ungültige Stimmen.
Bei der Erststimme setzte sich Marion Gentges (CDU) mit 139 Stimmen deutlich an die Spitze und gewinnt somit das Direktmandat. Auf Platz zwei folgte Sandra Boser (Grüne) mit 102 Stimmen. Dahinter lagen Kai Schröder-Klings (SPD) mit 33 Stimmen sowie Udo Zahn (FDP) und Jana Kühl (Linke) mit jeweils 31 Stimmen. Benjamin Rösch (AfD) erreichte 20 Stimmen. Auch hier gab es zwei ungültige Stimmen.
Auffällig ist nicht nur die knappe Entscheidung zwischen CDU und Grünen bei der Zweitstimme, sondern auch, dass sich die Stimmen auf mehrere Parteien verteilen. Klassische Volksparteien haben deutlich geringere Dominanz als früher, was das ausdifferenzierte Parteiensystem unter den Schülerinnen und Schülern am RGG zeigt. Das Ergebnis unterscheidet sich zudem deutlich von der Juniorwahl zur Bundestagswahl 2025, als noch die Linkspartei stärkste Kraft am RGG war.
Studien zeigen, dass Projekte wie die Juniorwahl die spätere Wahlbeteiligung junger Menschen erhöhen können – gerade vor dem Hintergrund, dass Wahlen inzwischen teilweise bereits ab 16 Jahren möglich sind. Besonders erfreulich ist, dass einige Schülerinnen und Schüler bereits angekündigt haben, künftig auch bei echten Wahlen als Wahlhelferinnen und Wahlhelfer mitzuwirken.
Text: Simon Stocker
Diagramme: juniorwahl.de/…


