Im Schnee von Sevilla
Austausch mit San Lúcar la Mayor – ein voller Erfolg!
„Schnee von Sevilla“ nennt man in Spanien die weißen Blüten der Orangenbäume, die im Frühling auf den Straßen der Städte Andalusiens liegen. Diese Blüten mit ihrem betörenden Geruch haben uns auf einer Woche Austausch in San Lúcar begleitet, einem Ort bei Sevilla, wo unsere Partnerschule liegt.
Von Beginn an war es eine sehr gelungene Unternehmung: Unsere Schülerinnen (und Mario, der einzige Schüler) wurden herzlich aufgenommen, durch ein paar geschickte Kennenlernspiele, bei denen auch ein Lehrer im Piratenkostüm eine Rolle spielte, sind wir uns schnell nähergekommen. Auch wir Lehrkräfte wussten bald, wer Anna und wer María ist, dass der Vater des lustigen Hugo aus Dänemark stammt und André Fan von Betis Sevilla ist und nicht vom Lokalrivalen FC Sevilla, claro!
Sevilla, wo wir zwei Tage verbrachten, wird uns immer in Erinnerung bleiben, nicht nur wegen der Orangenblüten, sondern wegen vieler anderer Sensationen: Einmal wegen Prunkstücken wie der Kathedrale, die ursprünglich eine Moschee war, was man gleich an dem Glockenturm mit seinen arabischen Ornamenten erkennt. Aber auch wegen der verwinkelten Gassen des Judenviertels, wo an jeder Ecke ein Café oder ein kleiner Laden lockt. Unser Favorit waren aber die Königspaläste, die Real Alcázares, mit ihren arabisch geprägten Innenhöfen und ihren endlosen Gärten, wo man zwischen Palmen und Springbrunnen die schönsten Ansichten – und die schönsten Fotomotive – finden konnte.
Ein Tagesausflug führte uns nach Córdoba, wo wir von einem Lehrer unserer Partnerschule (und seinem Vater!) herumgeführt wurden. Dort bestaunten wir die mächtige Brücke über den Guadalquivir, die noch auf die Römerzeit zurückgeht, und besonders den „Wald aus Säulen“, die ebenfalls zur Kathedrale umgewandelte alte Moschee mit ihren unzähligen Säulen und Bögen. Daneben entdeckten wir aber auch, dass es in Cordoba Privathäuser mit so schönen Innenhöfen gibt, dass ihre Besitzer damit Geld verdienen können. Und: der Eintritt lohnt sich.
Es gab noch einige kleinere Aktionen, in Erinnerung bleibt sicher darunter besonders der Fächer-Worksshop, den die Kunstlehrkräfte unserer Partnerschule vorbereitet hatten. Dabei durfte jeder nach seinen Fähigkeiten einen Fächer selbst bemalen. Und mitnehmen.
Am Wochenende waren viele mit ihren Gastfamilien en la playa, es ging also an den Strand des nahen Mittelmeers. Besonderes Glück hatte übrigens Mario, unser einziger Junge, der mit seinem Austauschpartner in der VIP Lounge das Betis Spiel ansehen konnte – möglich gemacht durch Kontakte seines Gastvaters.
Auch wir Lehrkräfte wurden auf das Herzlichste aufgenommen, versorgt und herumgeführt, von Tere und Diego, von Luzia und Antonio und wie sie alle hießen. Immer hat sich jemand um uns gekümmert, muchísimas gracias! Wir waren sogar, ein Vergnügen und eine Ehre, mit Eva, der Direktorin, und ihrem fröhlichen Ehemann Miguel zum Essen in einem typischen Restaurant, wo man schon mal einem stolzen Stierkämpfer begegnen konnte.
Insgesamt eine rundum gelungene Woche, wo wir die multikulturelle Geschichte Andalusiens ebenso wie das Leben der Menschen heute kennenlernen durften – mit allen kulturellen Unterschieden. Angefangen bei dem riesigen spanischen Schinken in der Schulcafeteria bis hin zu der Tatsache, dass man in Spanien seiner Partnerin ständig sagen muss, dass man sie auch wirklich sehr liebt, wie uns Hugos dänischer Vater anvertraut hat.
Wir freuen uns schon für alle, die das nächste Mal beim Austausch in San Lucar dabei sein dürfen!













